Unsere Kühe
Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind —
eine alte, regionale Rasse
Unsere Herde besteht aus 50–60 DSN-Rindern — einer alten Niederungsrasse aus den Küstengebieten Norddeutschlands. Wir melken zweimal täglich und halten sie so nah an ihren natürlichen Bedürfnissen wie möglich.
Von Frühjahr bis Herbst verbringen unsere Kühe den Großteil des Tages auf den Emswiesen rund um den Hof. Im Sommer auch nachts. DSN-Rinder sind genügsam und für feuchtes Nordseeküsten-Grünland gemacht.
Im Winter kein Weidegang. Die Herde bleibt im Stall und bekommt Rundballen-Heulage — Gras, das vor dem Pressen angetrocknet wird, aber feuchter bleibt als klassisches Heu. Dazu etwas zugekauftes Kraftfutter, aber deutlich weniger als in der konventionellen Haltung üblich.
DSN steht für Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind — seit Jahrhunderten an der Nordseeküste gezüchtet. Kleiner als das heutige Holstein-Friesian, robuster, langlebiger. Als Zweinutzungsrasse liefert sie Milch und Fleisch: weniger Milch pro Tier als eine Hochleistungskuh, dafür gesündere Tiere und längere Nutzungsdauer.
Weibliche Kälber bleiben nach der Geburt bei der Mutter und trinken direkt am Euter — nicht aus dem Eimer. Nach etwa drei Monaten kommt eine Entwöhnungsklappe.
Das gelbe Teil an der Nase ist die Entwöhnungsklappe.
Die Klappe verhindert mechanisch das Saugen am Euter. Das Kalb bleibt trotzdem bei der Mutter in der Herde.
Bullenkälber bleiben mindestens 28 Tage bei Ammenkühen und kommen dann in die konventionelle Mast. Ein Kompromiss, den wir offen benennen.
Unsere Kühe behalten ihre Hörner. In der konventionellen Haltung werden Kälber meist wenige Wochen nach der Geburt enthornt — wegen des Verletzungsrisikos in engen Ställen.
Kuh Nr. 97216 — gehörnt, neugierig.
Hörner gehören zum Sozialverhalten der Herde — Rangordnung, Kommunikation, Abstand halten. Ohne Hörner verändert sich das Gruppenverhalten messbar.
Muttergebundene Aufzucht, Hörner, großzügige Weidehaltung — das kostet Zeit und Platz und bedeutet zwangsläufig weniger Kühe und weniger Milch pro Tier. Am konventionellen Milchmarkt wäre das nicht finanzierbar.
Bei uns trägt die SoLawi-Gemeinschaft diese Kosten direkt — nicht der Milchpreis einer Molkerei. Das ist kein Kompromiss — das ist eine gemeinsame Entscheidung.